Direkt am nächsten Tag luden die Eight Balls zur Release-Party ihres neuen Albums, unterstützt von In Vino Veritas und „Green Hell“. Das Hafenklang war natürlich proppevoll und gewisse Teile des Publikums waren’s ebenso. In Vino Veritas begannen mit ihrem düsteren Proll-Sound und stimmten, wie ich finde, mit Hits wie „Armin M.“, „Mit ohne Stolz“, „Skorbut“, „Blackjack und Nutten“, „Holsten“ etc. perfekt auf den feucht-fröhlichen Abend ein. Anschließend wurde mir bewusst, dass anscheinend jeder außer mir gerafft hatte, dass „Green Hell“ die Landser-Coverband Pflanzer sind und nicht etwa, wie von mir ursprünglich vermutet, eine Misfits-Coverband… Lustig anzusehen waren sie ja schon, mit ihren Sturmhauben und der Security vor der Bühne, aber ansonsten ist das leider so gar nicht mein Humor. Nazitexte krampfhaft in Gärtnerthemen umgedichtet, naja… Anscheinend kannte aber fast jeder die Originale und feierte die Band dementsprechend ab. Ich weiß nicht so richtig, was ich davon halten soll und bin mir nicht sicher, ob man mit solchen Projekten nicht eher Werbung fürs Original macht…?
Mit dem Publikum wieder einig war ich mir dann bei den Eight Balls, die ich bedingungslos abgefeiert hab. Antifaschistischer Asi-Oi!-Punk der Spitzenklasse. Die neuen Songs kannte ich teilweise schon von früheren Konzerten, klang alles sehr gut. Die neue Platte hab ich aber noch nicht gehört, da die Vinylfassung noch nicht da ist. Großartige Songs mit Attitüde, Humor und Aussage. Zum „Bumsmongo“ [Edit 2015: Wurde in einem Forum so genannt]: Das war so ein 2,10-m-Typ mit Krawallbrüder-Shirt. Der Gedanke, dass der tatsächlich am Down-Syndrom leiden könnte, kam mir ehrlich gesagt gar nicht, glaub ich irgendwie auch nicht. Dass so’n T-Shirt nicht unbedingt gleich ein Grund für einen Rausschmiss ist, sah man dort genauso und soweit ich das mitbekommen habe, war zunächst alles friedlich. Allerdings muss man natürlich damit rechnen, dass man ’ne Ansage bekommt, wie von Eight-Balls-Pierre geschehen (sinngemäß „Für Krawallbrüder-Fans ist dieses Konzert nicht gedacht“). Kurze Zeit später Aber fing der Typ plötzlich an, irgendwelche Anti-Antifa-Sprüche zu grölen, auf dem Konzert einer Band mit eindeutiger antifaschistischer Aussage natürlich eine nicht hinnehmbare Provokation, woraufhin er folgerichtig des Hafenklangs verwiesen wurde. Allerdings wurde er weniger rausgeprügelt als vielmehr rausgeschubst und Gegenwehr hat er auch nicht sonderlich geleistet. Als er von dannen zog, brüllte er noch irgendwelche HSV-Parolen und hinterließ ratlose Gesichter von Leuten, die aus dem Verhalten des Typen nicht so recht schlau wurden. War ziemlich unspektakulär, hat aber mal wieder alle Vorurteile gegen KB-Fans bestätigt…
Ach ja, und verdammt heiß war’s und die Lüftung war anscheinend ausgefallen oder so… hat aber vermutlich den Getränkeumsatz angekurbelt 😀
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